Effekte des Chili-Konsums

Häufiger Konsum von Scharfem führt zu einem gewissen Gewöhnungseffekt. Experten raten, besonders scharfe Früchte oder Produkte mit konzentrierten Capsaicin-Extrakten vorsichtig zu genießen. Der menschliche Organismus reagiert dabei auf den scharfen Schmerzreiz unterschiedlich stark. Mengenangaben in Rezepten sind daher nur schwierig zu machen.

Article w s habaneros

Ist Schärfe messbar?

Ziel des Pharmakologen Wilbur Scoville war es, mithilfe von Probanden eine "Schärfeskala" anzulegen. Gemessen wird hierbei in "Scoville Heat Units" (SHU). Der SHU-Wert einer "gewöhnlichen" Gemüsepaprika liegt bei nahezu null.
Habaneros hingegen können bis zu 350.000 SHU erreichen. Das bedeutet, dass 1ml Capsaicin mit bis zu 350.000 ml Flüssigkeit verdünnt werden müsste, um keine Schärfe mehr zu schmecken.







Problematisch ist hierbei die unterschiedliche Schärfeempfindlichkeit des Menschen, der darüber hinaus ab einer gewissen Schärfe keine Unterschiede mehr wahrnehmen kann. Daher gibt es heute andere analytische Methoden wie die Flüssigkeitschomatographie (HPLC), die den Capsaicingehalt getrockneter Früchte exakt bestimmen kann.

Chili-Sorten im Überblick

Jalapeño: Diese Sorte ist eine der bekanntesten Chili-Sorten und ein Klassiker aus Mexiko. Mit ihrer länglichen Frucht und der charakteristischen abgerundeten Spitze ist sie gut zu erkennen. Oft ist sie eingelegt im Glas oder in Ringen geschnitten erhältlich. Alternativ werden sie oft gefüllt oder frittiert, da sie einen großen Hohlkörper haben und dickfleischig sind.


Cayenne: Diese Chili-Sorte ist besonders gut zum Trocknen geeignet, da die längliche, teilweise gewundene, leuchtend rote Frucht sehr dünnfleischig ist. Nach dem Trocknen wird die Frucht oftmals zu Gewürzpulver verarbeitet. Am bekanntesten ist der "Cayennepfeffer".


Habanero: Habaneros gehören zur Gruppe der Capsicum chinense. Es handelt sich hierbei um sehr scharfe Chili-Sorten aus Mittel- und Südamerika. Die Fruchtfarbe variiert je nach Sorte von Gelb bis Rot. Da die Habaneros um ein Vielfaches schärfer sind als Jalapenos sind sie meist Bestandteil sehr feuriger Soßen und Salsas. Neben ihrer extremen Schärfe haben diese Chili-Früchte aber auch einen fruchtig-exotischen Geschmack.


Tabasco: Die kleinen aromatischen Schoten reifen von grün über gelb bis später leuchtend rot und enthalten viel Saft. Sie eignen sich deshalb nicht nur zum frischen Verzehr sondern auch für Saucen oder zum Trocknen. Auf der Scoville-Skala erreichen Sie Werte von 30.000 bis 50.000 Einheiten.


Thai: Thai-Chilis sind in der asiatischen Küche als feurige Würze nahezu unentbehrlich. Die schlanken, dünnfleischigen Früchte werden zwar nur ein paar Zentimeter lang, haben aber eine nachhaltig schneidende Schärfe und ein blumiges Aroma. Weitere scharfe Sorten der Art Capsicum frutescens werden vorwiegend in Zentral- und Südamerika, Afrika, Asien und Indien angebaut.


Piri-Piri: Piri-Piri ist eine portugiesische Sammelbezeichnung für sehr scharfe Chilis. Diese portugiesische Chili-Art ähnelt in ihrer Erscheinung der südamerikanischen Malagueta und der afrikanischen Birdeye.

Wissenswertes

Haben sie folgende Fakten schon gewusst?

- Die Paprikafrucht wird zwar als Schote bezeichnet, ist aber eigentlich eine Beere.
- Das meiste Capsaicin findet sich in den weißen Scheidewänden und in den Samen.
- Ein Löffel Öl, Joghurt oder Milch kann für Linderung bei Schärfe sorgen. Wasser hilft nicht, da sich Capsaicin nur in Alkohol löst.
- Beim Umgang mit sehr scharfen Sorten sollten immer Handschuhe getragen werden.